Wie lernt man Dudelsack spielen?

Wer den Dudelsack (Great Highland Bagpipe) erlernen möchte braucht in erster Linie eine Voraussetzung: Geduld. Es gilt das Motto: Der Weg ist das Ziel. Allerdings macht dieser Weg immens viel Spaß!! Der übliche Ablauf ist wie folgt:
In den ersten 1 ½ Jahren werden grundsätzliche Fingertechniken erlernt. Dies geschieht auf einer Übungspfeife, der sogenannten „Practice Chanter“. Eine vernünftige Practice Chanter kostet ca. 50 €. Sie findet nicht nur in den Anfangsjahren, sondern während des ganzen Piper-Lebens zum Erlernen neuer Stücke und zum Üben Verwendung. In der schottischen Pipe-Musik gibt es sehr viele Verzierungsnoten, die sogenannten „Gracenotes“. Sie haben so ungewöhnliche Namen wie „Tachum“, „Doubling“, „Leumluath“ oder „Taorluath“. Und eben diese Gracenotes werden in den oben erwähnten 1 ½ Jahren vermittelt. Das Gute daran: Diese Grundlagen werden nicht durch langweilige Übungen, sondern anhand von einfachen Musikstücken erlernt. Das Notenlesen wird ebenfalls Schritt für Schritt vermittelt.

Nach ungefähr einem Jahr ist es dann soweit: Die Great Highland Bagpipe wird bestellt! Lieferzeiten von sechs Monaten sind nicht ungewöhnlich, und so kommen wir auf die oben erwähnten 1 ½ Jahre. Nun gilt es, sich Schritt für Schritt der Beherrschung dieses manchmal doch recht widerspenstigen Musikinstrumentes anzunähern.

 

Der Dudelsack bzw. die Great Highland Bagpipe besteht aus folgenden Teilen:
Die drei Drones erzeugen den permanent erklingenden Grundton. Dies geschieht durch je ein Rohrblatt mit einer Zunge. Auf der Chanter wird die Melodie gespielt. Die Chanter verfügt über ein Doppelrohrblatt. All diese Pfeifen sind in einem Ledersack eingebunden. Dieser Ledersack muss mit Luft gefüllt werden, was durch das Mundstück, die sogenannte „Blowpipe“ geschieht.  Wichtig dabei ist, dass der Luftdruck immer absolut gleichmäßig gehalten wird, da sonst der Ton schwanken würde. Das gleichmäßige Halten des Luftdruckes wird „Steady Blow“ genannt. Und eben diesen Steady Blow gilt es nun zu erlernen. Dies geschieht, indem bis auf eine Drone alle Pfeifen mit Korken verschlossen werden. Die volle Konzentration kann nun auf diese Drone gerichtet werden. Meist dauert es ein paar Wochen, bis der Ton ohne Schwankungen gleichmäßig klingt. Daraufhin wird die zweite Drone dazugenommen, und nach einiger Zeit dann auch die dritte. Das klingt dann schon recht mächtig! Um die komplette Pipe zu spielen, fehlt jetzt noch die Melodiepfeife, die Chanter. Dafür werden nun erst einmal alle Drones mit Korken verschlossen, damit der Chanter die uneingeschränkte Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Sobald die Finger die Umstellung von der Practice Chanter auf die Pipe Chanter geschafft haben, wird erst einmal die Tonleiter gespielt. Das klappt meist sehr schnell, und das erste auf der Practice Chanter gelernte Stück kann intoniert werden. Dies sitzt nach ja nunmehr über 1 ½ Jahren in- und auswendig. Piper spielen alle Stücke stets auswendig. Und dann ist es soweit: Die Drones werden „entkorkt“ und die Pipe wird komplett gespielt. Ein erhabener Moment, nach mittlerweile zwei Jahren Lernens.


Lehrmethoden
Justus Twele unterrichtet nach dem Lehrbuch des „College of Piping“, Glasgow. Kurse werden von der städtischen Musikschule Bielefeld angeboten. Privatunterricht ist selbstverständlich auch möglich.

 

Justus Twele  -  Auf dem Tipp 84  -  32657 Lemgo  -  Tel.: 05261 660 3472  -  Mobil: 0151 15 50 11 61

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